IPv6 ist die neuere Version des Internetprotokolls. Für Website-Betreiber bedeutet das vor allem: Ein Server kann neben einer IPv4-Adresse auch über eine IPv6-Adresse erreichbar sein. Dafür müssen DNS, Firewall, Webserver und Zertifikate zusammenpassen.
A- und AAAA-Einträge
Ein A-Eintrag verweist auf eine IPv4-Adresse. Ein AAAA-Eintrag verweist auf eine IPv6-Adresse. Beide können parallel existieren. DNS-Anbieter beschreiben A und AAAA als die Einträge, die einen Hostnamen auf eine IPv4- beziehungsweise IPv6-Adresse abbilden; eine Übersicht findet sich in der Dokumentation zu DNS-Eintragstypen.
Dual Stack statt harter Umstellung
In der Praxis ist ein Dual-Stack-Betrieb meist der pragmatische Weg: Geräte mit IPv6 nutzen IPv6, andere greifen weiterhin über IPv4 zu. Die Website bleibt dadurch erreichbar, ohne dass ältere Netze ausgesperrt werden. Der DNS-Eintrag allein reicht aber nicht aus. Der Server muss die Adresse auch annehmen, die Firewall muss sie erlauben und der Webserver braucht ein gültiges Zertifikat.
Was vor der Veröffentlichung geprüft werden sollte
- AAAA-Eintrag für die richtigen Hosts setzen und mit mehreren Resolvern prüfen.
- TCP 443 und – falls HTTP/3 genutzt wird – UDP 443 passend freigeben.
- Website, Weiterleitungen und Maildienste getrennt über IPv4 und IPv6 testen.
- Reverse-DNS und Monitoring für die IPv6-Adresse nachvollziehbar dokumentieren.
- Bei Änderungen zuerst eine Test- oder Neben-Domain verwenden.
IPv6 ist deshalb keine reine DNS-Aufgabe. Es ist eine zusätzliche Transportstrecke, die genauso bewusst abgesichert und überwacht werden sollte wie IPv4. Für Hintergründe zur Adressplanung stellt RIPE NCC einen IPv6-Überblick bereit.


